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Unser Wald

Unser Ort Lohmar ist eingebettet in eine „Grüne Lunge“. Von welcher Ecke auch immer man unser Lohmar erreicht – man kommt durch Wald. Sei es von Troisdorf oder Altenrath, auch von Rösrath oder aus dem Jabachtal. Auch von Siegburg aus kommend erreichen wir unseren Ort durch einen Waldgürtel.

Der Lohmarer Wald hat seine Grenzen etwa zwischen dem Jabachtal, der B 56 in Richtung Siegburg, der alten Poststraße und Steinbahn in Siegburg in Richtung Agger folgend erreicht unser Wald die Widdauer Wiesen, schließt unmittelbar dort an die Baumbestände der Wahner Heide an.

Wir dürfen aufgrund der vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen sowie der Recherchen unserer Historiker sagen, dass unser Wald viel älter ist als die Geschichtsbücher aufzeichnen. Sicherlich war um die Zeit der Kelten und Germanen, der Franken und Merowinger dieser Wald bereits Bestand. Bis ins 19. Jh. wurde der Wald zur Schweinemast und als Brennholzquelle genutzt. Betreut wurde unser Wald seit 1938 durch das damalige Forstamt Siebengebirge, dem ein preußischer Forstmeister vorstand.

 Seit dem 1.4.1972 wird unser Wald vom Forstamt Eitorf betreut. Dies geschieht im Rahmen eines Beförsterungsvertrags, welche die Forstbetriebsgemeinschaft Lohmar mit dem Forstamt abgeschlossen hat.

Der Wald hat in seinem Bestandteil viele Facetten: Moore und Teiche, Hochwald und Feuchtwiesen, tief eingeschnittene Bachläufe und fantastische Wander- und Spazierwege. Unser Wald ist heute ein Naherholungsgebiet für Wanderer, Naturfreunde, Mountainbiker, Hundebesitzer und Pferdefreunde. Nach dem Motto: Der Wald ist für jeden da, sollte man auch darauf achten, dass das scheue Wild und die unter Naturschutz stehenden Pflanzen geachtet und in Ruhe gelassen werden.

Mit dem Altbuchenwald auf dem Ingerberg, einem ca. 66.000 qm großen Schutzgebiet ist es der Stadt Lohmar gelungen, eine Naturwaldzelle – eine Biotopfläche – zu schaffen, die der natürlichen Entwicklung überlassen ist und somit einen Beitrag zum Thema Naturschutzgebiete und Ökologie in NRW leistet. Der HGV Lohmar arbeitet auf diesem Sektor sehr eng mit dem NABU, dem BUND, dem Landschaftsverband Rheinland sowie mit dem Aggerverband zusammen.

Der Heimat- und Geschichtsverein mit seiner autarken Naturschutzgruppe kümmert sich seit Jahren um die Erhaltung und den Schutz unseres Waldes.

Leben geht und Leben kommt:  
Der Wald ist in ständigem Umbruch. Nach einem Orkan und Windbruch im Lohmarer Wald kommt neues Leben. Sämlinge des Fichtenwaldes haben sich ausgesät und streben dem Licht entgegen. Hier auf dem Bild verbunden mit der Fingerhutpflanze, die in ihrem Rot im Juni blüht.

Das Bild wurde aufgenommen zwischen Lohmarhohn und Krölenbroich am Jägerpfad.

 Der Lohmarer Wald ist die grüne Lunge von Lohmar und über 900 Jahre alt. (sicherlich noch älter)
Auch das gehört zur Pflege des Waldes: Auf dem Bild sehen Sie eine Waldschneise, die von Hand von der Forstverwaltung angelegt wurde, damit Brandschneisen bei evtl. Waldbränden eine Bremse bilden. Gerade in den Sommermonaten kann durch Unachtsamkeit oder durch Selbstentzündung (Glasscherben) ein Brand entstehen. Gerade der Fichtenbestand ist gefährdet.

Das Bild entstand etwa 500 Meter hinter der Schutzhütte in Richtung Heide.


Sie erhalten mit diesen Bildern ein breites Spektrum unterschiedlicher Eindrücke aus unserem Wald. Unser Wald wird seit Jahrhunderten bewirtschaftet und ist seit vielen Jahren eingeteilt in Parzellen. Diese Grenzmarkierungen sind Eckpunkte auch für die Forstverwaltung. Früher hatten die Grenzsteine ein eingelassenes "B" für das Herzogtum Berg. Später wurden Grenzsteine mit aufgelassenen Nummern gesetzt. Gehen Sie durch den Wald - Sie erkennen an Wegekreuzungen diese Grenzsteine.

Das Bild ist aufgenommen unterhalb von Franzhäuschen an der B 56.


Unser Wald in Lohmar wird durch vier größere Bäche zerschnitten. 
Alle Bäche fließen in die Agger: 
Im Norden der Jabach, 
dann der Pferdsbach, 
der Auelsbach, 
der Holzbach 
und im Süden der Rothenbach.
Dazwischen sind kleinere Rinnsale, die jeweils in diese Bäche fließen.
Der Jabach entspringt in Hochhausen etwa an der B 56 und fließt in Höhe der Autobahnbrücke etwa gegenüber der Mündung der Sülz in die Agger. Der Pferdsbach entspringt unterhalb Inger in Höhe des Gutes "Haus Freiheit" und fließt nördlich unterhalb Lohmarhohn im Wiesental in den Auelsbach.

Der Auelsbach selber entspringt unterhalb des Birker Fernsehturmes, fließt nördlich von Heide und unterhalb von Albach und Lohmarhohn in die Feuchtwiese, entlang der Buchbitze, dann in die Verrohrung der Bachstraße und erreicht in Höhe der Gaststätte zur Fähre die Agger. 

Der Rothenbach ist der südlichste Bach, entspringt im Siefen unterhalb des Friedwaldes, speist etliche Teiche und fließt in die Widdauer Wiesen und erreicht die Agger an der Grenze zwischen Troisdorf und Lohmar. Im Laufe der vielen tausend Jahre haben sich die Bäche teilweise in tiefe Täler geschnitten. Hier auf unserem Bild zeige ich den Holzbach zwischen Krölenbroich und Lohmarhohn. 

Das Bild ist talabwärts fotografiert etwa 200 Meter oberhalb des ehemaligen "Klopphannes", einer  Pumpstation von Krölenbroich.

Der Hirzenberg im Lohmarer Wald, eine kleine unscheinbare Erhebung in der Achse zwischen der Zwölf-Apostel-Buche und den großen Teichanlagen im Siegburger Staatsforst, ist für viele unbekannt - für Kenner der Lohmarer Geschichte sowie Historikern eine Pflicht. Hierzu schreibt der Heimatforscher Rudolf Heinekamp im Buch"Siegburgs Vergangenheit und Gegenwart", welches bereits im Jahre 1897 - also vor 117 Jahren - erschienen ist, folgende Zeilen:

Die Thatsache von Wichtigkeit ist es, daß in dem unfruchtbaren Sande am Hirzenberge viele altdeutsche Gräber aufgedeckt worden sind, welche offenbar einer langjährigen Ansiedlung daselbst angehörten. Der Hirzenberg liegt ungefähr 4 km von Siegburg in dem Lohmarer Walde. Am Anfang dieses Jahrhunderts sah man noch wohl 100 hügelbedeckte Gräber in seiner Nähe, die allmählich von ruchlosen Händen zerstört und ausgebeutet worden sind. Auf dem Berge selbst erhob sich ein Kranz von 12 kleineren um einen großen Stein, der als Opferstätte gedient haben könnte.

Es handelt sich hier um das einzige Bodendenkmal im Lohmarer Wald. Die bestehende Hinweistafel ist fast von Büschen umwuchert und man muss suchen, um das Hinweisschild zu finden. Von den Hügelgräbern findet man kaum noch Erhebungen. Der HGV Lohmar  führt ab und an Wanderungen durch, die auch zu diesem Bodendenkmal führen.

Pünktlich zum Valentinstag einen Gruß aus dem Lohmarer Wald: Eine Kiefer und eine Hainbuche umarmen sich, als wenn sie genießen, ihr Leben lang friedlich zusammen zu finden. Selbst die ausgestreckten Äste der Buche um die Kiefer lassen erahnen, wie gerne man sich hat. Der Schein trügt: Es geht in der Natur auch hier um brutales Überleben. Die Krone der Kiefer nimmt der Buche das Licht weg. Sie ist gezwungen, mit Ihren Ästen weit auszuladen, dass die Blätter das erforderliche Licht zum Überleben erreichen. Wir haben in Lohmar einen sog. Mischwald, wobei die Aufforstung der Tanne weiter rückläufig ist. Hartes Nutzholz ist gefragter, so dass in den Wäldern um Lohmar immer mehr Buchen und Eichen im Vordergrand stehen.

Das Bild ist aufgenommen etwa 500 Meter unterhalb Franzhäuschen.


Unsere Eiche zählt zu den ältesten Anpflanzungen im Lohmarer Wald. Manche kommen auf ein stattliches Alter von bis zu 500 Jahren. Die ältesten Eichen stehen im Dreieck Reitstall Lohmar, der Zwölf-Apostel-Buche und der alten Lohmarer Straße zwischen Lohmar und Siegburg. Weitere sehr alte Eichen sind an der Widdauer Wiese zwischen der alten Eisenbahntrasse und der Agger zu finden.

Gerade in den Wintermonaten zeigt die Eichenkrone bizarre Verästelungen. Blicken Sie bei Ihrem Spaziergang mal nach oben - Sie werden ihre Freude an den vielen tausend kleinen und großen Ästen haben.

Die Aufnahme entstand oberhalb des Reitstalles Lohmar in süd-östlicher Richtung.

Spaziert oder wandert man mit offenen Augen durch unseren Wald, so erkennt man rechts und links an den Wegen abgestorbenes Holz ( Todholz). Das sind Bäume, Baumstämme, großes Wurzelwerk oder gefällte und nicht abgeholte/abtransportierte Baumstämme. Betrachtet man diese, so erkennt man Schmarotzer, Pilze, die sich auf diesem Holz ansiedeln. 
Auf den beiden angehangenen Bildern erkennt man den "Rotrandigen Baumschwamm", ein Pilz, der sich auf abgestorbenen Hölzern wohl fühlt. Es ist ein sehr harter, fester Pilz, der sehr giftig ist. Er lässt sich aber sehr gut vom Stamm abnehmen. Getrocknet in der Wohnung ist er sehr dekorativ.

Die Bilder sind aufgenommen oberhalb der Straße " Pützerau" in Richtung Schutzhütte.



Ein Hauch von Frühling auch aus diesem Wald. Da hat doch vor Jahren jemand seinen Unrat aus seinem Garten im Wald entsorgt und gleichzeitig die Zwiebeln des Krokus mit entsorgt. Was doch verboten ist, erfreut gleichzeitig den Besucher des Waldes. Auf einer kleinen Fläche zeigen sich eine Hand voll Frühlingsblüher.

Gesehen zwischen Schutzhütte und oberer Pützerau.

 

Die Resonanz auf die Bilder aus dem Lohmarer Wald ist überragend. Gerd Streichardt sagt "Danke" für die vielen Rückmeldungen.

Sie wissen, dass wir eine Bronzestatue mit der Geschichte unseres Erbenwaldes im Mai 2014 in Lohmar aufstellen werden. Im Anschluss daran werden wir im Rathaus der Stadt eine Ausstellung über unseren Lohmarer Wald geben.

In der Anlage ein paar Bilder von unserem Mitglied Jutta Michaelis aus dem Park Lohmarhöhe, der vor einigen Jahren umgebaut wurde und heute etwa 12 Neubauten bekommen hat. Hier der geschichtliche Hintergrund der Parks, der ebenfalls am Rande des Erbenwaldes lag:

Im Jahre 1905 kaufte ein Dr. Schultes diese Fläche und errichtete ein großzügiges Wochenendhaus, um das er einen Park anlegte. Ohne Hintergründe zu wissen, erschoss sich dieser Mann. Er war Teilhaber einer Braunkohlengewinnung. Anfang der 1920 er Jahre kaufte ein Freiherr von Linsingen das Land. Er war Neffe des berüchtigten Generalfeldmarschall von Linsingen. Er verkaufte das Anwesen später an einen Herrn Karl Maybaum aus Köln. Er war nur kurzer Besitzer und verkaufte das Anwesen an die Besitzer der Faßfabrik Kurz Hessenthal. Nach Einführung der Rentenmark Ende 1923 verkauften diese an die Ordensgemeinschaft vom armen Kinde Jesu in Aachen ( deshalb auch der Name Clara Fey Straße, die Ordensbegründerin).

Hier errichteten diese Schwestern einen Kindergarten, der aber aufgelöst wurde, nachdem die kath. Kirchengemeinde Lohmar einen eigenen Kinder-garten baute. Die Gebäude wurde Anfang der 1970 er Jahre abgerissen.


View the embedded image gallery online at:
http://hgv-lohmar.de/index.php/unser-wald2#sigFreeIde0da3f788b


5 Bilder unseres Mitgliedes Wolfgang Weber

Sie zeigen den Sonnenuntergang über dem Lohmarer Wald, fotografiert in Richtung Westen nach Troisdorf bzw. Siegburg. Gerade in den Winter-monaten, wenn die Sonne gegen 17 Uhr untergeht, zeigen sich bizarre Bilder mit der Rotfärbung des Himmels. Aufgenommen sind die Bilder zwischen der Waldschule Lohmar und der Pützerau. Hier war jahrelang ein Hochwald mit Fichtenbestand, der zum Teil Opfer des Sturmes "Lothar" wurde, später hat der Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet, so dass die Forstverwaltung den restlichen Fichtenbestand abholzte.



Das letzte Bild zeigt die gleiche Richtung ohne den Sonnenuntergang mit Blick auf Siegburg. Aufgenommen am 15. Febr. 2014 oberhalb der Pützerau (zoom). In 4 km Entfernung kann man den Michelsberg von Siegburg erkennen. Hier war jahrelang die Verwaltung des Lohmarer Erbenwaldes durch die Benediktinermönche, Abtei auf dem Michelsberg. Die "Berge" im Hintergrund lassen das Siebengebirge erkennen.


Die Agger als Fluss erreicht das Stadtgebiet Lohmar von Overath aus kommend in Bombach, am Viadukt der Bahnlinie nach Overath, verläuft an Neuhonrath vorbei nach Wahlscheid, um über Donrath nach Lohmar Ort zu gelangen. Sie entspringt in der Nähe von Meinerzhagen und hat eine Länge von 67 km. Die Agger bildet von der Mündung der Sülz an die Grenze zwischen den Ortsteilen von Troisdorf und Lohmar. Das war nicht immer so. Der Lohmarer Erbenwald hatte als westliche Grenze die Steinbahn in Siegburg, sprang hier über die Agger in den Röhrichtsiefen nach Troisdorf bis an den Weg, der heute alsKirchweg von Siegburg nach Altenrath durch die Wahner Heide führt. (Grenzstein Troisdorf/Sieglar/Lohmar)

Das ganze Gebiet ist heute Territorium der Wahner Heide. Auf dem Bild sehen Sie die Agger, rechts die Widdauer Wiesen in der Nähe der Mündung des Rotenbaches in die Agger, links das Gebiet des Rörichtsiefen am Aggerstation in Troisdorf. Über den Aggerfluss hinweg erkennen Sie den Güldenberg, auf dem man heute noch einen Ringwall der Kelten etwa 1500 vor unserer Zeitrechnung erkennen kann.

Das Bild wurde aufgenommen am 17.2.2014.



Hier auf dem angehangenen Bild zeigt sich ein vertrockneter Halm mit einem Aufsatz von vielen keinen Sternen. Im Winter ein gutes Fotomotiv. Es sind die Überreste eines abgestorbenen Riesenbärenklau.

Diese Pflanze, die zu den NEOPHYTHEN zählt, ist äußerst gefährlich und kann nur mit Schutzkleidung berührt werden. Falsches Anfassen führt zu Verbrennungen am ganzen Körper. Die Pflanze - auch Herkulesstaude genannt -  siedelt sich gerne an Bächen und Flüssen an und kommt aus dem Kaukasus. Neophyten sind Pflanzen, die durch Menschen in Gebiete eingeführt werden, in denen sie in natürlicher Weise nicht vorkommen. So der Riesenbärenklau (Kaukasus), das Drüsige Springkraut (Ostindien) und die Ambrosie (Nordamerika).

Das Bild wurde aufgenommen an der Agger im Bereich der Mündung Rothenbach.


Unser fast 450 Hektar großer Wald ist ein Naherholungsgebiet für viele Menschen geworden: Spaziergänger, Jogger, Reiter, Mountainbiker, Walker und Hundebesitzer nutzen den Wald in ihrer Freizeit. Daher auch die Aufgabe des Heimat- und Geschichtsverein Lohmar, mit Hinweis- und Wegeschildern den richtigen Weg zu zeigen. Unser Mitglied Heinz Eimermacher kümmert sich seit Jahren rührig um die Aufstellung dieser Schilder, welche von Wanderern gerne angenommen werden. Er verzweifelt manchmal am Vandalismus einiger, die die Schilder einfach abreißen.

Zu dem roten Merkmal auf dem Bild komme ich später noch.

Aufgenommen am Wanderweg oberhalb des Rothenbach in Richtung Heide.


Auf den nächsten Bildern stellen wir Ihnen die Feuchtwiese vor: 

 

Ein über mehrere große Fußballfelder gegebene Wiese unterhalb von Lohmarhohn, die vom HGV schon über 30 Jahre betreut wird. Hier sind viele seltene Pflanzen zu finden, aber auch ein Refugium für Amphibien, wie Ringelnatter, Blindschleiche, Kröten, Frösche und Lurche. Selbst der Feuersalamander (nachtaktiv) ist hier zu Hause.


Der mittlere Graben dient zum Auffangen von Gewässer, welche wieder zurück fließen in den Auelsbach. Dieser Graben verlandet im Laufe der Jahre und wurde im letzten Jahr durch eine Fachfirma wieder ausgekoffert. Die Naturschutzgruppe des HGV hat Barrieren eingebaut, damit Frösche und Lurche wieder eine Heimat haben.

Aufgenommen in den Feuchtwiese unterhalb Lohmarhohn am 15./ 16.2.2014


Wilhelm Müller schrieb im Jahre 1822 das Gedicht "Am Brunnen vor dem Tore" Vertont hat es Schubert. Vielen ist das Lied bekannt, wobei im ersten Vers steht:


"Ich schnitt in seine Rinde , so manches liebe Wort ".

Geht man mit offenen Augen durch unseren Wald, so findet man an vielen älteren Bäumen solche Schnitzereien, die an die erste Liebe erinnern oder an das Jahr seiner Jugend. Im Laufe der Jahre wird durch das Wachstum der Rinde die Schrift unleserlich - es dauert aber fast 70 Jahre bis "Gras darüber gewachsen ist".

Das Bild, aufgenommen im Ingerberg, zeigt solche Bekritzelungen. Ich habe vor 2 Jahren eine Führung mit ganz bekannten Personen aus Lohmar im Ingerberg gemacht und hörte so ganz nebenbei von einer Person: Irgendwo steht hier auch mein Name!
Über den Ingerberg im Lohmarer Wald - mittlerweile naturbelassen - werde ich später schreiben.
Immer wieder erreichen mich aus dem Themenbereich des Lohmarer Waldes Anrufe und Mails. Unser Mitglied Gerd Schäfer aus Deesem schickt mir aus aktuellem Anlass des heute gezeigten Bildes zwei Fotos aus dem Weniger-bachtal, ein Seitental des Naafbaches.

Es ist passend zur Karnevalszeit. Viel Spass. Gerd

Der Grenzweg zwischen Lohmar und Troisdorf ist sehr sehr alt. Erste Karten zeigen bereits diese Strecke, welche die Grenze zwischen Lohmar und der Wahner Heide stellt. Auf diesem Weg wurden auch Rinder und Schweine in den Röhrichtsiefen getrieben, der jahrelang vom Burgherren der Burg Lohmar / von Reven gepachtet wurde.  Der Röhrichtsiefen liegt zwischen Aggerstadion Troisdorf und der Agger und ist heute zur Stadt Troisdorf gehörend.

Dieser Weg wurde über viele Jahre von Menschen aus Lohmar benutzt, um nach Troisdorf zu Fuß oder per Rad zur Arbeit zu gelangen. Alte Literatur zeigt auch auf, dass dieser Weg von Troisdorfern und Oberlarern nach Lohmar im September zur Kirmes führte, die über die Grenzen hinaus bekannt war. Wenn Sie sich die Bilder genau ansehen, dann erkennen Sie rechts neben dem Weg aufrecht stehende Eisenpfähle. Das sind Schienenreste aus der ehemaligen Eisen-Sandbahn, die von Altenrath über die Agger nach Lohmar verliefen.

Traurige Berühmtheit bekam dieser Weg: 

Am 25.Juli 1945 wurden drei Männer aus Lohmar auf dem Wege zur Arbeit nach Troisdorf von marodierenden Banden erschlagen.

Das Bild - aufgenommen am 22.02.14 - zeigt die Agger, im Hintergrund rechts (nicht erkennbar) die Burg Lohmar, linker Hand die Ausläufer des Güldenberges.

In 75 Tagen eröffnen wir eine Ausstellung im Rathaus der Stadt Lohmar über "Unseren Wald Lohmar". Gleichzeitig wird die Waldkiste als Dauerleihgabe an die Stadt übergeben. Wir werden Sie darüber weiter unterrichten.

Mal Hand aufs Herz: 

Waren Sie schon einmal vor Sonnenaufgang im Lohmarer Wald?  

Sie haben etwas verpasst! Der Wald lebt und ist bereits voller Vogelgesang. 

Amsel und Singdrossel schmettern ihr Lied. Der Buchfink trällert. An den Teichen selber sind Stockente und Blässhuhn voller Tatendrang. Der Grau- reiher schielt auf sein Frühstück und die Kanadagans und die Nilgans (heute selbstverständliche Gäste) suchen sich ihren Nistplatz. 

Und das Allerschoenste - Sie sind ganz alleine hier!



Aufgenommen am "Burgweiher" in Lohmar. Die Teichanlage wurde erst in den 1930 er Jahren angelegt. Dazu wurde Erdreich aus dem Bereich der heutigen Straße "Am Burgweiher" ausgekoffert.

Fuchs und Hase besiedeln noch in unseren Wald. Auch Wildschwein und Rehwild sind vorhanden. Glück muss man haben, wenn man den Dachs zu Gesicht bekommt. Was gänzlich aus unserem Lohmarer Wald verschwunden ist: das Rotwild. Wenn man Jägern Glauben schenken kann, so ist der Waschbär auch in unseren Wäldern.

In der Chronik vom ehemaligen Bürgermeister Polsdorff steht zu lesen, dass ein Hirsch mit mächtigem Geweih im Jahre 1911 in Höhe der Pützer Hau  (Pützerau) geschossen wurde. Hunderte von Jahren wurde in unserem Wald das Wild erlegt und im Waldbuch, das zurzeit Heimatforscher Heinrich Hennekeuser überarbeitet, steht geschrieben, dass die Mönche vom Siegburger Michaelsberg über viele Jahre das alleinige Recht hatten, im "Erbenwald" zu jagen.

Heute ist der Wald in verschiedene Jagdbezirke aufgeteilt und Jäger achten auf den richtigen Bestand der Tiere.

 Auf den beiden Bildern sehen Sie die modernen Hochstände, aufgenommen zwischen Schutzhütte und Reitstall, das zweite Bild aufgenommen am Ende der Feuchtwiese unterhalb Lohmarhohn am Wege nach Algert.

Wie vielerorts in NRW ist auch unser Wald geschädigt durch Krankheiten. Gerade der Eichenbestand ist durch Umwelteinflüsse angegriffen und stark dezimiert. Selbst der Fichtenbestand ist krank. Nicht nur der Borkenkäfer zeigt ganze Arbeit - es ist auch die sog. Rotfäule. Diese zerstört den Baum von innen. Die Fäule beginnt an der Wurzel und frisst sich langsam den Stamm nach oben. Die Fichte reagiert mit einem überdimensionalen Wuchs nach außen. Man spricht von einem Flaschenhals. Erkennbar an der Flaschenform bei der Fichte.  

 Auf dem Bild sieht man den verdickten Stamm unten, das zweite Bild zeigt bereits die Auswüchse am Stamm, man kann mit der Hand nach innen greifen.
Gesehen an der alten Lohmarer Straße in Richtung Siegburg, hinter dem zweiten Weiher der linke Querweg.

"Dat Wasser vun Luhmer es joot."

Lange Zeit war dies nicht so. Erst um die Jahrhundertwende 1915 kam fließendes Wasser nach Lohmar. Zuerst aus Quellen des Lohmarer Waldes. 
(Ein Wasserbehälter befindet sich noch heute oberhalb des Parkes Lohmarhöhe)
Seit Mitte der 1970er Jahre erhalten wir unser Wasser aus der Wahnbachtalsperre. Die Leitungen laufen über Siegburg-Kaldauen, über Rothenbach in Richtung Zwölf-Apostel-Buche und dann in Richtung Lohmar.
Gleichfalls auf dieser Schiene quer durch den Lohmarer Wald bekommt Lohmar sein Erdgas. Die Leitung läuft auch am Rothenbach, der 12 Apostel- Buche vorbei und erreicht am Reitstall in Lohmar die Stadtgrenze. Hier ver- teilen sich die Adern nach Süden und Norden. Eine Leitung verläuft dann hinter der Lohmarer Waldschule in Richtung Ingerberg und kommt dann am Donrather Dreieck wieder an die Stadt zurück.

Auf dem Bild sehen Sie die markierte Strecke mit gelben Pfählen mitten im Lohmarer Wald..

Die heutige B 484, die Verbindung von Lohmar nach Siegburg, wurde erst im Jahre 1844 gebaut. Hunderte Jahre vorher gab es nur die einzige Verbindung durch den Lohmarer Wald nach Siegburg: "die Alte Lohmarer Straße". Es war auch jahrelang die Postkutschen Strecke zwischen Bonn und Wipperfürth. 
Die Straße wurde im 19. JH auf 6 Meter Breite ausgebaut und an den morastischen Stellen mit Knüppeldämmen verstärkt. 
Heute dient der Weg den Freizeit-Radlern und Spaziergängern als Refugium.

Das Bild zeigt die Alte Lohmarer Straße in Richtung Siegburg.

Wie seit hunderten von Jahren, so wird unser Wald jedes Jahr "abgeerntet". Die Forstverwaltung zeichnet Bäume an, welche im Laufe der Jahre zu eng beieinander stehen. Damit der Baumbestand anderer Bäume sich besser entwickelt, lässt man diese Bäume fällen.

 
Auf unserem Bild das Todesurteil einer Buche. Der Förster kennzeichnet mit Farbe die Bäume, welche im Bestand weichen müssen.

Fotografiert an der Schutzhütte oberhalb der Waldschule.

Nach Angaben des B.U.N.D. werden jedes Jahr in NRW ca. 4 Millionen cbm Holz aus unseren Wäldern geerntet. Wie hoch der Anteil im Holze des Lohmarer Waldes ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedes Jahr zwischen Dezember und März werden vom Forstamt Bäume frei gegeben, die als Nutz- oder Brennholz Verwertung finden. Privatpersonen müssen sich aus Sicherheitsgründen einer Prüfung unterziehen, dass sie berechtigt sind, mit richtiger Kleidung und Werkzeugen Holz zu ernten.

Die Naturschutzgruppe des HGV forstet nicht nur auf, sondern erntet auch Holz. 


Auf dem beigefügten Bild sehen Sie Mitglieder des HGV bei der Arbeit mit entsprechender Schutzkleidung. 
Das Bild entstand unterhalb von Lohmarhohn.

Das Jahr 1944! 

Eine ganz dunkle Seite des Lohmarer Waldes. Über Heinsberg und Kerpen kommen am 30.10.1944 hunderte von englischen Flugzeugen und werfen bei einem Luftangriff über Köln 3937 Tonnen Minen und Bomben ab. Die Stadt fällt an diesem Tage in Schutt und Asche. Die Flugzeuge drehen in Richtung Rösrath und Lohmar und in Richtung Siebengebirge wieder ab und entsorgen die restlichen noch in den Behältern befindlichen Bomben. Viele fallen in den Lohmarer Wald.



Auf dem Bild sehen Sie einen Bombentrichter oberhalb der Waldschule. In den 70  vergangenen Jahren ist der Trichter fast verlandet, zeigt aber immer noch die fürchterliche Seite des Krieges.
(Recherche: Die Chronik von Köln)

Unser Wald in Lohmar ist kein Park! Rechts und links des Weges findet sich manchmal grausiges Durcheinander an Sträuchern, Ästen und abgefallenem Holz. Das muss so sein. In den 1960 und 1970 er Jahren hat man irrtümlicherweise das alte Holz verbrannt und einen falschen Eingriff in das biologische Gleichgewicht des Waldes getan.

Heute denkt man darüber anders und lässt dem Wald und seiner Milliarden schweren "Bevölkerung " dieses Refugium.

Unvorstellbar, aber wahr: 
Auf einer Fläche von 1 Meter Waldboden ( 1 Meter x 1 Meter x o,30 Meter tief) tummeln sich 1,6 Billionen Lebewesen - im Vergleich dazu: auf der Erde leben derzeit "nur" 6,9 Milliarden Menschen. Eine unvorstellbar große Zahl an Lebe- wesen wohnen also im Erdreich. Sie sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann:
Mikroorganismen: 
Bakterien, Pilze, Algen, Fadenwürmer, Milben, Springschwänze, Rädertiere, Borstenwürmer, Käferlarven ,Regenwürmer, Schnecken, Spinnen, Asseln
Quelle: Geo-Line  (www.geo.de)



Auf unserem Bild sehen Sie einen durch Sturm umgefallenen Baum. Man lässt ihn liegen, damit Kleinlebewesen ihren Platz im Wald finden. Aufgenommen am Rothenbach am 26.2.2014.

Unser Wald in Lohmar hat etwa 50 Teich- und Weiheranlagen. Fast alle werden heute noch kommerziell genutzt. In der Hauptsache werden Karpfen gezüchtet. In den Lohmarer Heimatblättern, Ausgabe Nr. 25  - November 2011 - hat Ralf Schneider unter dem Titel "Weiher im Wertewandel - Betrachtungen zu einer bemerkenswerten Kleinlandschaft" die Teichanlagen beschrieben.

In späteren Berichten will ich gerne auf diese Landschaften im Lohmarer Wald zurückkommen.

Auf den beiden Bildern, die in einem zeitlichen Abstand von 14 Tagen aufgenommen wurden, zeigt sich die Veränderung der Landschaft: 
Aus dem tristen "grau in grau" kommt wieder Leben. Mit dem gefluteten Wasser stellen sich auch Enten, Gänse und Teichhühner wieder ein. Der Graureiher nistet in den auf den Bildern gezeigten Fichten. Am 6.3.2014 habe ich 14 Graureiher an einem Platz gezählt.

Aufgenommen unterhalb des Reitstalles in Richtung Siegburg.

Seit hunderten von Jahren wird der christliche Glaube der Bevölkerung durch Wegekreuze, Materl und Heiligenhäuschen in der Natur dokumentiert. Auch im Wald von Lohmar sind seit Jahren diese Bekenntnisse zu sehen. Der HGV Lohmar hat in den letzten Jahren mit Genehmigung der Forstverwaltung und der Stadt drei solcher Kreuze erstellt. Wir suchen weiter Patenschaften, die sich hier um die jährliche Pflege kümmern.

Auf dem Bild sehen Sie ein Holzkreuz, das der HGV im Jahre 2011 im Ingerberg aufgestellt hat. Übrigens: im gesamten Stadtgebiet Lohmar sind über 100 Wegekreuze zu finden.

Alle Vögel sind schon da! Durch das warme Frühlingswetter bedingt, sind etliche Zugvögel wieder in ihrer Heimat gelandet. Gestern kamen Schwärme von Kranichen aus Spanien zurück und flogen in Richtung Norden. Der Weidenlaubsänger, auch Zilp Zalp genannt, ist gestern gesichtet worden. Durchzieher, wie die Schwanzmeise und der Distelfink waren gestern Gast im Lohmarer Wald.

Der Eisvogel ist kein Zugvogel, er bleibt das ganze Jahr über bei uns. Vor Jahren noch vollkommen verwaist, ist der Eisvogel seit einiger Zeit wieder bei uns zu finden. Sie müssen Geduld und Zeit mitbringen, dann sehen sie ihn:

- an der Agger an der Mündung des Auelsbaches.

- am Johannesweiher an der alten Lohmarer Straße

- an den Teichen unterhalb von Lohmarhohn sowie

- an den Teichen im Wiesental unterhalb von Algert.



Der Eisvogel baut Nisthöhlen im Erdreich an Bächen. Auf dem Bild, das gestern aufgenommen wurde, zeigt sich eine solche Bruthöhle im Wiesental unterhalb von Algert. Wer Interesse hat, dort zu beobachten, der soll sich bei mir melden.

 

Der Auelsbach im Frühnebel! 

Fotografiert entgegen der Fließrichtung in Höhe von Lohmarhohn am 9.3.14. Auf dem Bild als kleines Rinnsal erkennbar. Aber der Bach "hat es in sich": Seit Generationen bringt er jährlich Überschwemmungen im Ort Lohmar. So zuletzt am 20.6.2013, als bei einem schweren Unwetter der Bach so anschwoll, dass die Wassermassen sich in das Bachbett regelrecht eingefressen haben. Das Rückhaltebecken oberhalb der Buchbitze staute zwar die Wassermassen, das Wasser kam dann hinter der Bachstraße am Ende der Verrohrung am Auelsbach wieder an die Oberfläche und setzte Straßen unter Wasser.

Die Politiker sind gefordert und haben reagiert: Der Durchfluss des Querschnittes am Mönch des Rückhaltebecken wird reduziert.

Im Buch "Lohmar in alten Zeiten, Band 1" ist auf Seite 150 das Hochwasser in der Gartenstraße fotografiert, welches am 6.August 1931 das Dorf unter Wasser setzte.

Für Blumenliebhaber: An dieser Stelle des aufgenommenen Fotos findet man in den nächsten Wochen die schönsten Schlüsselblumen, eine Primelart.

"Durch diese hohle Gasse muss er kommen !"

Wer kennt den Satz nicht? 

Schillers Drama, Wilhelm Tell, wo die Titelgestalt den Reichsvogt Geßler erwartet, um ihn zu töten.

Mit "hohler Gasse" ist ein Hohlweg gemeint. Wir haben im Lohmarer Wald einige davon. Der mit Abstand älteste ist der seit hunderten von Jahren benutzte Waldweg von Inger kommend über Algert nach Lohmar. Hohlwege dienten dazu, die unebene Topografie des Waldes für Pferdefuhrwerke zu erleichtern. Mit viel Handarbeit wurden diese Wege erstellt. Heute ist  dieser Hohlweg fast verlandet.

In Birk gibt es den Weg "Hohle Gasse". Der Name führt ebenfalls auf einen Hohlweg zurück. Ein ganz besonderer Hohlweg führt von Halberg nach Donrath. Es ist die alte Siegener / Kölner Landstraße, die in alten Urkunden oft erwähnt wird. Wenn man von Halberg den Berg in Richtung Hollenberg fährt, erkennt man den Hohlweg auf der rechten Seite der Fahrtstrecke.

Die Bilder entstanden unterhalb des Ingerberges.

Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten! Heute morgen habe ich über dem Lohmarer Wald 2 Weißstörche entdeckt auf dem Wege von Süden nach Norden. Durch den leichten Rückenwind waren sie schnell am Horizont wieder verschwunden.


Zum Bild: Es gibt viele Wanderwege durch den Lohmarer Wald. Der längste - und auch der schönste - ist der Sieghöhenweg, der eine lange Route durch unseren Wald führt. Der Sieghöhenweg kommt über Troisdorf, an der Eremitage vorbei durch die südliche Wahner Heide, über den Güldenberg, quert dort die Agger und kommt durch die Kirchstraße, durch den Park der Villa Friedlinde, die Hermann Löns-Straße an die Waldschule von Lohmar und geht an der Schutzhütte vorbei nach Franzhäuschen. Von dort aus an der Wahnbachtalsperre vorbei nach Heisterschoss. Dort erreicht man das Bröltal. 

Hier geht es steil aufwärts nach Bödigen.

Der Weg ist ein Erlebnis. Lassen Sie sich nach Bödingen bringen und laufen den Weg entgegen der Strecke in Richtung Lohmar. Sie werden die Landschaft genießen. Für die Strecke von Bödingen nach Lohmar benötigen Sie 3 Stunden. 

Das Bild zeigt das Merkmal des Sieg Höhen Weges an der B 56 kurz vor Franzhäuschen.
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Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass das gestern gezeigte Bild nicht dem "Sieg- Höhen Weg" entspricht sondern auf "Erlebniswege Sieg" hinweist. Vielen Dank!
Wie auch immer: Es lohnt sich, diesen Weg einmal zu erwandern!
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Die Gesamtfläche unseres Lohmarer Waldes ist von der Topografie sehr unterschiedlich angeordnet. Der tiefste Punkt unseres Waldes ist an der Agger etwa in Höhe der Widdauer Wiese (zwischen alter Bahntrasse und Agger). Hier sind wir 53 Meter über NN. Der höchste Punkt ist etwa in Höhe von Inger, Am Haus Freiheit. Wir befinden uns dann auf einer Höhe von 172 Meter über NN. Dazwischen finden wir immer wieder tiefere Taleinschnitte.



Das Bild zeigt den Lohmarer Wald, fotografiert von Inger in westlicher Richtung. Am Horizont sind die Erhebungen der südlichen Wahner Heide zu erkennen. Im Vordergrund der "weiße Fleck" ist der Turm der Kapelle von Lohmarhohn.

Manche unserer Bäume sind Flachwurzler, d.h. die Wurzeln gehen nicht in die Tiefe des Bodens, sondern strecken sich im Flachbereich der Erde nach allen Seiten aus. Auch in unserem Wald gibt es Flächen, die durch Ab- schwemmungen im Laufe der Jahre den flachen Bodenhumus fortspülen. Der Baum ist gezwungen, das Wurzelwerk noch mehr zu verstärken, damit der Stamm nicht umkippt.



 So gesehen bei einer Buche oberhalb der Straße "Auf der Hardt" . 
Im Regenwasser sieht die Wurzel aus wie in einen Ledermantel gehüllt...



Nachwuchs an den Teichen im Lohmarer Wald! 

In diesem Jahr recht früh, aber gestern morgen auf dem Johannesweiher an der alten Lohmarer Straße gesichtet: 5 junge Nilgänse. Wie auch bei den Bäumen, so schleppen sich in den letzten Jahren in unseren Wald Exoten ein. 

Nilgänse waren bereits den alten Ägyptern, Römern und Griechen bekannt. Über die Niederlande kamen sie nach Deutschland und sind erst seit 1986 hier bei uns. Ca. 900 Brutpaare leben zur Zeit in NRW.

Sollten Sie das Glück nicht haben, die Nilgans am Johannesweiher zu finden, so fahren Sie mit Ihrer Familie einmal in die Bonner Rhein Aue. Dort treffen Sie einige Brutpaare.

Fotografiert mit Tele gestern morgen gegen 8.00 Uhr am Johannesweiher. Auf dem Bild sehen Sie nur 4 Junge, das fünfte war etwas abseits.

Seit hunderten von Jahren sind im Lohmarer Wald Schutzhütten zu finden, wobei das Wort "Schutz" vordergründig ist. Waldarbeiter waren jahrelang auf Pferdefuhrwerke angewiesen - später auf kleinere Traktoren. Es ging morgens vor Sonnenaufgang in den Wald und in der Dunkelheit wieder zurück. Ich kann mich als Kind noch an Schutzhütten an der Baumschule unterhalb von Krölenbroich erinnern, im Volksmund "Am Planzjaade" "Am Pflanzgarten" genannt. Eine weitere Hütte stand am Ende der Schmiedgassse in Richtung Feuchtwiese.

Heute sind die Schutzhütten für Wanderer und Erholungssuchende bestimmt. Auch Kindergärten, Wandergruppen und Vereine nehmen diese Hütte als Rast oder für einen Umtrunk gerne an. 


Auf dem ersten Bild ist die Schutzhütte oberhalb der Waldschule zu erkennen. Diese Hütte wurde vor 5 Jahren saniert und mit Kostenbeiträgen der Stadt Lohmar um 20 Meter versetzt und erneuert. Die Pflege obliegt dem HGV Lohmar.



Die Schutzhütte auf dem zweiten Bild steht am Rothenbach in der Nähe des Friedwaldes. Die Pflege obliegt dem Forstamt in Eitorf.


Einer der markantesten Punkte im Lohmarer Wald ist die Zwölf-Apostel-Buche. Viele kennen den Standort. Hier hat Steinmetz Schneider aus Siegburg anlässlich seiner Pensionierung im Jahre 2004 ein Steinkreuz gesetzt. Die Buche ist in den 1970 er Jahren durch einen Sturm umgestürzt und wurde ca. 10 Meter entfernt neu gepflanzt. Fast 30 Jahre war ein Zaun um diese Gruppierung, damit Vandalismus und Wildfraß verhindert wurde. Der Zaun wurde auf Initiative des HGV entfernt, weil er morsch war. Eine neue Bank ziert seit 10 Monaten die Stelle der Apostelbuche.

Was wenige wissen: der Weg entlang dieser Buche ist ein sehr alter Pilgerweg. Von Köln und Porz über Altenrath und Lohmar pilgerten fromme Menschen an der Buche vorbei, machten Rast und gingen über Siegburg Kaldauen nach Seligenthal zum hl. Rochus.
(Rochus ist ein Heiliger der kath. Kirche, der vielen Pestkranken half.)


Das zweite Bild wurde mir von unserem Mitglied Günter Pick zur Verfügung gestellt. 
Es zeigt die alte Zwölf-Apostel-Buche im Jahre 1961.

Dieses Foto von 1956 zeigt Familienmitglieder von Hannelore Müller (sie selbst ist die Kleinste) bei einem Sonntagsspaziergang vor der 12-Apostel-Buche 1956.
Liebe Freunde und Mitglieder des HGV Lohmar !

Noch 50 Tage, dann öffnet der HGV Lohmar seine Ausstellung im Rathaus der Stadt Lohmar über seine Arbeiten in unserem Lohmarer Wald. Wir zeigen in vielen Facetten unsere Tätigkeiten, die wir im Laufe eines Jahres bewältigen. Aufgebaut wird auch ein kleines Waldstück, um zu zeigen. welche Vielfalt im Wald zu sehen ist. So genannte Fühlkisten sollen näher bringen, wie sich Moose, Flechten, Erdreich, Laub etc. anfühlen. Mittelpunkt der Ausstellung ist die wiedergefundene Waldkiste aus dem Jahre 1797, die der Stadt Lohmar als Dauerleihgabe übergeben wird. Weiter zeigen bekannte in Lohmar wohnende Naturfotografen Bilder aus unserem Lohmarer Wald.

.....Auch das ist unsere Aufgabe: Gemeinsam mit der Forstverwaltung, dem B.U.N.D. und der NABU, dem Arbeitskreis Wahner Heide und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eng miteinander zu arbeiten, um seit Jahren verwaiste Tiere wieder in unseren Wald zu locken. Das BUND Projekt: "Der Wildkatze auf der Spur"  ist ein Teil davon. Schauen Sie einmal in die beigefügte Anlage. 

Weiter empfehlen wir Ihnen die Internetseite unter der Lohmarer Wald





Unser Ingerberg! Wer kennt ihn nicht. Seit 3 Jahren ist der Ingerberg ein Biotop, ein naturbelassener Wald. Einzigartig im Rhein-Sieg-Kreis hat man diesem Wald in einen Bannwald gesetzt, d.h. er wird in der Zukunft so belassen, dass der Mensch nicht eingreift: Kein Baumschutz, keine Fällung, keine Rodung, kein Abholzen von Sträuchern und keine Zerstörung. Der Buchenwald soll durch den Wanderer nur auf den Wegen begangen werden. Der Buchenwald Ingerberg hat einen Baumbestand, der ca. 160-180 Jahre alt ist. Der Schwarzspecht ist hier wieder heimisch.

Es ist angedacht, die Waldfläche in den nächsten Jahren bis hinunter zum Jabachtal zu erweitern.

Unsere Natur schlägt manchmal Kapriolen. Wenn man mit offenen Augen durch unseren Wald spaziert, bemerkt man Pflanzen und Bäume, die in ihrem Wuchs sehr unterschiedlich geformt sind. Auf unseren Bildern entsteht der Eindruck, dass die junge Buche "etwas über den Durst" getrunken hat. Richtig ist, dass der Baum in seinem Wachstum gehindert wurde. Einheimische Kletterpflanzen, wie die gewöhnliche Waldrebe oder auch das Waldgeißblatt, auch die Zaun- und Vogelwicke winden sich um den Baum. Diese Pflanzen haben Greiforgane und halten sich am Stamm fest. Der Baum wächst und dort, wo die Pflanze sich angekrallt hat, bleibt der Wuchs des Baumes zurück. Das Ergebnis sehen Sie auf den Bildern.

Aufgenommen zwischen dem ersten und zweiten Ingerberg in Richtung Algert.

Der zweite Weltkrieg in den Jahren 1939 bis 1945 war grausig. Auch für die Lohmarer Bevölkerung. In den Jahren 1944 und bis April 1945 wurde der Ort Lohmar, aber auch andere Orte wie Inger/Birk, Scheiderhöhe/Wahlscheid von Bomben und Granaten getroffen. Häuser und Stallungen wurden zerstört, das Vieh starb und manche Person wurde durch Splitter getötet.

In der Not der Menschen flohen viele aus dem damaligen Dorf und gruben sich Unterstände und Erdlöcher im Lohmarer Wald. Dort lebten etliche Familien aus Angst vor Bomben-einschlägen.

Der Amerikaner kam mit seinen Truppen am 10. April 1945 nachmittags gegen 16.30 Uhr aus Richtung Siegburg nach Lohmar.

Wenn Sie in der Verlängerung der Straße "An der Buchbitze" in den Lohmarer Wald gehen und bewegen sich auf dem Weg in Richtung Algert, so sehen Sie auf der linken Seite auf einer Länge von einem Kilometer Erdverwerfungen. Das sind die Unterstände, die Lohmarer Bürger während der Zeit von 1944 bis April 1945 gegraben haben. Wasser wurde aus dem nahe liegenden Auelsbach geholt. Auf dem Bild erkennen Sie einen Unterstand am Ende der Feuchtwiese.



Wenn man am Ende des Parkplatzes des im Lohmarer Wald neu angelegten Friedwaldes nach links schaut, erkennt man ein kleines, unscheinbares Fachwerkhaus. Es ist das am südlichste gelegene Haus der Stadt Lohmar und gehörte jahrelang zur Stadt Siegburg. Das Gut Rothenbach!

Über diesen Hof lässt sich kaum Geschichtliches erlesen und doch hat dieser Hof eine sehr sehr lange Vergangenheit: Bereits im Jahre 1369 wird dieser Hof erwähnt. Im Jahre 1499 wurde das Gut von Albert von Markelsbach übernommen. Um das Jahr 1380 wurde es gemeinsam mit Schneffelroth, dem Schmittehof, dem Krölenbroich, dem Leyhof und anderen Höfen der Nachbarschaft dem Mühlenzwang der Mühle "zur Mulen" (Müllerhof bei Siegburg, auch "Haus zur Mühlen genannt", heute Altenheim) zugewiesen.

Am 5.März 1742 kaufte die Abtei von Siegburg von den Eheleuten Peter Josef von Proff und M. Kordula von Kuhlmann das freiadelige Gut Rothenbach und ging im April 1752 mit Josef Freiherrn von Lüning einen Vertrag ein, der diesen Hof dann übernahm.

Heute ist es ganz still um diesen Hof geworden, der mitten im Lohmarer Erbenwald liegt.



Das Bild entstand etwa von der Straße in Richtung Friedwald. Das Gut Krölenbroich aus ungewohnter Perspektive: 
Von einem Hochstand aus fotografiert, der auf dem Rücken unterhalb von Inger aus Richtung Gut Freiheit liegt. 



Das Fachwerkhaus ist wahrscheinlich im Jahre 1823 erbaut worden. Krölenbroich hat in den letzten Jahren sein Bild durch bauliche Veränderungen fremd gestaltet.

Der einzeln liegende Hof an der östlichen Kante des Lohmarer Erbenwaldes geht in seinem Ursprung auf das Jahr 1369 zurück, als Wilhelm von Berg den Mühlenzwang auf dem bei Siegburg Wolsdorf liegenden Mühlenhof( Müllerhof) so auch für Krölenbroich dokumentiert. Im Landmaßbuch der Hohnschaft Inger ist bereits im Jahre 1711 vermerkt: "Der Krölenbroicher Hoeff gehoert zum Haus Allner" (Schloss Allner bei Hennef). Eigentümer im Jahre 1711 war ein Spiess von Büllesheim. In der Erbhuldigungsliste von 1730 ist ein "Heinrich Halfmann aufm Krollenbruch" aufgeführt.

In der Flurkarte der Gemarkung Inger (Höferfeld) Nr. 223 und 239 ist ein Doppelhaus nachgewiesen, dass dem Josef Scheiding gehörte. Ebenfalls ist der Schwiegersohn von Scheiding, Johann Weiler, als Eigentümer bekannt. Die Familie Weiler behält Krölenbroich bis in die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Als spätere Besitzer sind Peter Urbach, Franz Giepen, Familie Wingen aus Hennef, dann ein Besitzer Dinkelsbach aus dem Ruhrgebiet. Er war Rechtsanwalt und baute wie verrückt Krölenbroich um und gab ihm das heutige Bild. Später kaufte ein Unternehmen mit Namen "De Angelo" den Hof. Seit 2012 ist er im Besitz von Joey Kelly.

Das Bild unseres Lohmarer Waldes wird geprägt durch den Schwerpunkt bei der Anpflanzung von Buchen, Eichen, Fichten, Tannen, Birken und Erlen. Diese Arten findet man in der Überzahl. Es gibt wenige andere Anpflanzungen, zu denen ich später berichten will.

Eine große Seltenheit befindet sich in den Aggerauen an der Widdauer Wiese. Wahrscheinlich ist es der einzige Standort im Rhein Sieg Kreis: Die Flatterulme. Der bis zu 35 Meter groß werdende Baum findet sich wohl in den Flußauen und feuchten Standorten im Hügelland, denn sie erträgt lang anhaltende Überflutungen und Einstau. Sie ist vor allem weniger anfällig gegenüber dem Ulmensterben, jener Krankheit, die Millionen von Ulmen den Garaus gemacht haben.



Auf dem Bild sehen Sie die charakterlichen Verstrebungen im Stamm der Flatterulme. Wenn Sie entlang der Widdauer Wiese in Richtung Agger-Fluss gehen, so finden Sie auf der rechten Seite 6 Stück dieser Flatterulmen.

Bei meinen Streifzügen durch den Lohmarer Wald treffe ich des öfteren auf Rehwild. Manchmal habe ich das Glück, einen Schwarzkittel zu sehen. Gestern morgen stand plötzlich ein Rehbock vor mir. Der Wind stand richtig und der Bock konnte mich nicht aufnehmen. So konnte ich mit Zoom diese Bilder schießen.

"Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte". 

Ein Gedicht von Eduard Mörike könnte nicht besser sein für diese Bilder von der Agger in Lohmar. Mit Gewalt brechen die kleinen grünen Blätter aus und geben der Landschaft ein mächtig anderes Bild, als das, was wir aus den Wintermonaten gewohnt waren.

Die Agger bildete Jahrhunderte lang die Grenze zum Lohmarer Erbenwald. Hinter der Agger beginnt die Wahner Heide. Lange Jahre wurde der Röhrichtsiefen für die Eintreibung  von Vieh noch genutzt. Heute ist es Brach- und Schwemmland.

Geht man von der Gaststätte "Zur Fähre" den Waldweg in Richtung Troisdorf, so orientiert man sich nach 2 km wieder in Richtung Aggerauen. Eine ganz andere Landschaft tut sich hier auf. Achten Sie bitte auf die roten Wege- Hinweisschilder und verlassen Sie nicht die Wege.

Mitten im Lohmarer Erbenwald, - allerdings heute ein Teil der südlichen Wahner Heide - steht ein Denkmal von Oberförster Kleinschmidt. In den Jahren 1840 - 1880 fanden sich in den Teichen und Schilfen des Lohmarer Waldes, an dessen Wurzeln sich Millionen von Insekten bildeten, Keimzellen. Die Insekten verfaulten und verpesteten die Luft mit einem unerträglichen Gestank. In diesen heißen Sommermonaten wurde die Luft zu einem Bade fauler Ausdünstungen für Menschen und Tiere. Die Folge: Die Anwohner aus Siegburg/Lohmar/Troisdorf litten unter Wechselfieber. Viele Bewohner starben.

Der preußische Oberförster Friedrich Wilhelm Kleinschmidt begann 1849 damit, die 25 schlimmsten betroffenen Weiher trocken zu legen. Bereits 1851 meldete Kleinschmidt die Trockenlegung von fast 200 Morgen Teichen und Sumpfflächen im Lohmarer Erbenwald. Danach zogen auch Privateigentümer nach und im Jahre 1858 wurde vermeldet, dass sämtliche Weiher im Lohmarer Erbenwald trockengelegt sind.

Das Fieber verschwand durch den tatkräftigen Einsatz von Oberförster Kleinschmidt. Er starb im Jahre 1878.

 

Sein Denkmal im Lohmarer Wald steht etwa 250 Meter von der Agger entfernt etwa an der Achse des neu angelegten Radweges Lohmar/Siegburg.

Sauberes und keimfreies Wasser bekam die Bevölkerung von Lohmar erst in den 1960 er Jahren kurz nach Fertigstellung der Wahnbachtalsperre. Hunderte Jahre vorher kam das Wasser aus Brunnen, später aus gebauten Wasser-behältern und vor dem ersten Weltkrieg aus gebauten Hochbehältern wie bei Krahwinkel, Brunnen in der Nähe von Donrath sowie aus einer Quelle unterhalb von Salgert.

Unser Mitglied Hans Warning hat in den Lohmarer Heimatblättern Heft 17, 2003 die Wasseraufbereitung beschrieben.

Auf unserem Bild sehen Sie einen Wasserbehälter im Lohmarer Wald, der jahrelang Wasser vor dem ersten Weltkrieg für die Bevölkerung von Lohmar lieferte. Der Behälter ist lange geschlossen und heute Abenteuerspielplatz für Kinder. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Lohmar eine Stahltür vorgesetzt.



Fotografiert oberhalb des Neubaugebietes Lohmar-Höhe (früher ein Nonnenkloster) in südlicher Richtung.



Die Feuchtwiese im Gegenlicht und im Morgennebel fotografiert. Das Foto entstand im Februar 2014 auf der Dammkrone des Deiches.

Ein Refugium für Amphibien und Kleinlebewesen im Lohmarer Wald unterhalb von Lohmarhohn. Diese einige Fußballfelder große Fläche wird vom HGV Lohmar/Naturschutz über Jahrzehnte gepflegt und die gewonnenen Daten dem NABU bzw. dem Landschaftsverband Rheinland übergeben. Forschungs- und Diplomarbeiten wurden über diesen Teil des Lohmarer Waldes durchgeführt.

Die Fläche dient aber auch als Überlaufbecken und Stauraum bei schweren Regenfällen. Dieser Bereich des Waldes gehört der Stadt, aber auch ein Teil hiervon wird vom Aggerverband übernommen.



Nicht nur das zarte Grün dominiert jetzt unseren Wald - die Maibäume, unsere Birken, sind schon ganz ausgetrieben - sondern ein Blütenmeer von "Weiß" zeigt sich in unserem Lohmarer Wald:

Die Wildkirsche, die Schlehe und auch der Weißdorn stehen in voller Blüte. Aber nur für kurze Zeit. Teilweise lösen sich die Blüten schon.  

Auf unserem Bild sehen Sie den Weißdorn. In Europa gibt es etwa 20 verschiedene Arten von Weißdorn. Dieser Strauch beherbergt etwa 50 verschiedene Schmetterlingsraupen, für das biologische Gleichgewicht in unserem Wald von großem Nutzen. Der Weißdorn ist auch eine Heilpflanze, die bei Herz-Erkrankungen eingesetzt wird.

Die Wildkirsche wird vereinzelt wieder vom HGV Lohmar, Naturschutz, eingepflanzt.

Das Bild entstand an der östlichen Autobahnabfahrt von Frankfurt in Richtung Lohmar. Hier sind noch etliche versteckte Teiche zu finden, reine Biotope.

 

 Die Naturschutzgruppe im Lohmarer Wald pflegt u.a. ca. 35 Bänke im Wald, im Park der Villa Friedlinde und entlang der B 484. Ein jährlicher "Bankpflegetag" ist eingerichtet für das Streichen der Bänke, Austauschen defekter Balken und Bretter, entfernen von Graffiti sowie Säuberung der Bodenfläche von Gras und Wildwuchs.

Die Bänke werden im Laufe des Jahres auch versetzt und/oder neu aufgestellt.

Jährlich entstehen durch Fäulnis, Vandalismus und Zerstörung (durch z.B. Sturm) hohe Kosten, die von uns getragen werden. Eine Bezuschussung dieser Arbeit erhalten wir von der Stadt Lohmar.

Das Bild zeigt die neu aufgestellte Bank an der Zwölf-Apostel-Buche. 

 

Die Bilder der letzten Tage und Wochen, die ich übersendet habe, zeigen uns, wie vielfältiger Art und Natur unser Wald in Lohmar ist. Vor einigen Tagen habe ich auf das einzige Naturdenkmal im Lohmarer Wald - die Ausgrabungsstätte der Kelten auf dem Hirzenberg -  hingewiesen. Keinen Kilometer Luftlinie von diesem Ort entfernt, dort wo vor 2500 Jahren bereits Bestattungen vorgenommen wurden, hat die Stadt Lohmar vor ein paar Jahren einer Organisation "Friedwald" mit Sitz in Frankfurt/M. einen Teil des Lohmarer Waldes für Bestattungen freigegeben. Mittlerweile sind dort mehr als 1100 Personen bestattet worden. Tendenz stark steigend.

Der "Friedwald" ist in der Nähe des alten Gutes Rothenbach, fast an der Quelle des Bachlaufes gelegen. Alte Karten des Lohmarer Erbenwaldes aus dem Jahre 1704 von Zimmermann bezeichneten diesen Abschnitt als "Schies-Becke". Nach Heinrich Hennekeuser war dies ein Gebiet, welches den Mönchen des Michelberges zu Siegburg erlaubte, dort Wild zu schießen. Das Gelände wurde bereits 1704 als "Sumpfiges Gebiet und schlechten Boden" ausgezeichnet.

Wussten Sie, dass Hunderte von Jahren im Lohmarer Erbenwald Torf gestochen und geerntet wurde? Oft über das ganze Leben lang unserer Vorväter heizte man mit Holz. Braunkohle oder Briketts gab es viel später. Torf war - wenn er getrocknet wurde - ein wichtiger Wärmefaktor in den Wohnungen.

In alten Karten aus dem Jahre 1702, die den Lohmarer Erbenwald zeigen, sind die Torfabstiche eingezeichnet und ....  heute noch bei Wanderungen und Spaziergängen erkennbar. Geht man von der Rothenbach aus entlang der Fischteiche durch den (heute) Siegburger Forst, so erkennt man auf der rechten Seite (links sind die Teiche) die alten Torfabstiche. Auch viele Teiche und Weiher in diesem Abschnitt sind durch Torfabstiche entstanden.

Das Bild zeigt typische Feuchtgewächse in diesem Gebiet.

In unserem Wald finden Sie jetzt eine Vielzahl von Frühlingsblühern. Die Taubnessel, das Wilde Veilchen, der Kuckucksklee und auch das Buschwindröschen. Fast 3 Wochen früher als in anderen Jahren ist unser Wald aus der Winterstarre erwacht. Rechts und links des Weges finden sich viele kleine Pflanzen, die zu dem Bestandteil eines gesunden Waldes zählen.

Auf unserem Bild sehen Sie das Buschwindröschen, auch Waldanemone genannt. Es gehört zu der Gattung der Hahnenfussgewächsen.


Die vom HGV angebotene Serie "Unser Wald Lohmar" läuft seit dem 6. Februar und soll neben den vielen Hinweisen und Hintergrundwissen über unseren Wald auf unsere Ausstellung im Rathaus der Stadt Lohmar hinweisen, die am 12. Mai für eine Dauer von 2 Wochen unseren Lohmarer Wald präsentiert. Aber auch die Arbeiten der Naturschutzgruppe, die im Lohmarer Wald viele Stunden verbringt, sollen gezeigt werden, so für den Schutz der Landschaft, des Vogelschutzes und der Bankpflege.

Insgesamt 74 Bilder wurden aus unserem Wald in unterschiedlichen Facetten bisher gezeigt mit den entsprechenden Hinweisen hierfür. Viele der mit über 350 Mails angeschriebenen Personen geben im Schneeballsystem diese Infos weiter, und Rückmeldungen lassen vermuten, dass diese Berichte täglich bis zu 2000 Menschen erreichen.

Der Lohmarer Wald ist ein Naherholungsgebiet und in der Verbindung zur Wahner Heide, zur Nutscheid und zum Siebengebirge ein wertvolles Biotop. Hunderte, wenn nicht Tausende von Jahren wird der Wald genutzt durch Forst- und Teichbau. Hunderte von Jahren war er im Besitz der Äbtissinnen von Villich, der Mönche vom Michaelsberg, aber auch waren Nutznießer die Lohmarer Waldberechtigten, die viele Jahre ihr Vieh dort eintreiben konnten.



Unser Wald Lohmar ist im ständigen Wandel. Er verändert sich durch sein Aussehen, durch Fällungen, Anpflanzungen, Bauen neuer Wege, neuer Hochstände usw. 

Der Frühling bringt Farben in den Wald: Aus dem tristen Grau wird ein zartes Grün der Buchen. Unsere Blätter im Wald sind nicht durch Zufall grün. Aber mit der Hilfe des Farbstoffes Chlorophyll kann die Photosynthese durchgeführt werden. Das Grün einzelner Bäume ist sehr unterschiedlich, aber kein Baum würde blaue oder rote Blätter erzeugen.

Das beigefügte Bild von der gleichen Stelle aus ist in einem Zeitraum von knapp 3 Wochen entstanden - eine vollkommene Veränderung der Sichtfläche. Aufgenommen an der alten Lohmarer Straße.

Die Bodenbeschaffenheit unseres Waldes ist sehr unterschiedlich: Sand, Kleie, Ton, Torfschichten, Humusbereiche und Kiesablagerungen findet man in den einzelnen Schichten. Zwischen Krölenbroich, Lohmarhohn und der oberen Schmiedgasse ist sehr viel Sandvorkommen, welches in den 1940 und 1960 Jahren kommerziell von Lohmarer Fuhrunternehmen abgebaut wurde. Im Bereich Fichtenweg/ Birkenweg/ Schmiedgasse war ein sehr großes Sandloch/ Sandbruch. Schienen und viele Loren führten zu einem Oberschacht, um den Sand in LKW abkippen zu können. Später wurde das Sandloch in eine Müllkippe umgewandelt.

In den 1920 bis 1960 er Jahren waren in Lohmar 3 größere Müllkippen: Wie oben beschrieben, dann an der "B 484/ Ecke zur Jabachbrücke-Im großen Deich" und an der "Danziger Straße" in Lohmar Süd.

Die Kippe im Gebiet Fichtenweg/ Birkenweg wurde mit Erdreich zugeschüttet und auf die obere Fläche eine Aschenbahn für die nebenan liegende Waldschule angelegt.. Der Boden dort ist über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, kontaminiert.

Auf dem Bild sehen Sie die langsam durch Gras verschwindende Aschenbahn. Darunter lagern Tonnen von Abfall.



"Über allen Gipfeln ist Ruh" Goethe meinte im Jahre 1780 bestimmt den Thüringer Wald in seinen Versen. Auf dem Bild ist der Lohmarer Wald an seiner höchsten Stelle fotografiert. Geht man von Haus Freiheit in Inger den Teerweg entlang, so steht man auf dem höchsten Punkt des Lohmarer "Erbenwaldes".  Etwa 172 Meter über NN ist diese Erhebung. Der kleine Teerweg führt ins Endlose - im wahrsten Sinne des Wortes. Am Ende ist kein Weiterkommen. Aber die Aussicht bis hinunter ins Siebengebirge und nach Köln ist bei guten Wetter grandios.



Die leuchtend grünen Farben der Blätter unserer Bäume im Wald im Frühjahr könnten nicht schöner sein. Auf dem Bild erkennen Sie vorne die ersten Blätter der Eiche, dahinter die Buche, die bereits 14 Tage vorher ausgetrieben hat und dahinter der fast noch kahle Baum einer Eiche.

Aufgenommen am Johannesweiher an der alten Lohmarer Straße. Der Weiher ist in alten Karten und Bezeichnungen schon vor über 400 Jahren genannt.


Seit Monaten nicht mehr gesichtet, jetzt ist er wieder illegal in unseren Wäldern: Der Osterhase.
Der Vorstand des Heimat- und Geschichtsverein Lohmar wünscht Ihnen und Ihrer Familie schöne Ostertage.


Oft sagt man, der Frühling ist die schönste Jahreszeit. Will man es noch besser in Erfahrung bringen, so geht man vor Sonnenaufgang in den Wald. Ich garantiere Ihnen ein wunderschönes Konzert an Vogelgezwitscher, absolute Ruhe und der Wald ist voller Gerüche. Frische, natürliche Luft und wunderbare Eindrücke sind kostenlos in unserem Wald zu finden.

Die Aufnahme entstand heute morgen kurz vor Sonnenaufgang an den Teichen in Richtung Rothenbach!



Heute nun der letzte Beitrag über den Lohmarer Wald. Die Serie wird heute abrupt abgebrochen. Wir verweisen auf unsere Ausstellung im Rathaus der Stadt Lohmar vom 12.5. - 25.5.2014.

Wir sind Gäste in unserem Wald:

- Als Erholungssuchende, die Ruhe und Entspannung finden möchten und die Einsamkeit im Wald genießen
- als Sportlerinnen und Sportler, die das Training an der frischen Luft lieben und sich bei ständig wechselnden Eindrücken in der Weite der Wälder erholen
- als Nutzerinnen und Nutzer des nachgewachsenen Rohstoffes Holz, der die Natur zum Menschen bringt, der Wärme und Behaglichkeit ausstrahlt
- als Bewahrer und Betrachter der Natur, die uns ihre Vielfalt präsentiert und uns durch Idylle und Wildnis unsere Verantwortung für die Schöpfung und die Bedeutung für die Zukunft vor Augen führt.

Der Wald bietet als Gastgeber jedem alles, aber keinem etwas Ausschließliches.
Wie man in den Wald rein ruft...

sollten folgende Spielregeln beachtet werden:

- Erwidern Sie die Gastfreundlichkeit unseres Waldes durch respektvolles Verhalten gegenüber der Natur
- Nehmen Sie aufeinander Rücksicht und akzeptieren Sie die Anderen und ihren Anspruch an den Wald.
- Entwickeln Sie Verständnis für die Anderen und ihr Tun
- Pflegen Sie einen freundlichen und höflichen Umgang miteinander - auch bei Konflikten.