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Heft 30

 

Vorstellung der neuen Lohmarer Heimatblätter – Jg. 30 – am 22.11.2016 im HGV-Haus

 

Seit seiner Gründung vor 40 Jahren hat der Heimat- und Geschichts-verein Lohmar mit einer regen Publikationstätigkeit die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf sich gezogen. Erschienen anfangs nur 2-3-mal im Jahr einige lose Blätter der Heimatgeschichte zur Sammelmappe zusammengefügt, veröffentlichen wir dieses Jahr bereits Heft Nr. 30 der „Lohmarer Heimatblätter“ mit durchschnittlich 128 – 136 publizierten Seiten in regelmäßiger Folge
Dabei muss man feststellen, dass nicht nur Historiker und Wissenschaftler als Autoren unserer Publikationsreihe mitwirken, sondern das Gros der Aufsätze und Berichte von geschichtlich Interessierten verfasst werden, die meisten der diesjährig wieder 22 Autorinnen und Autoren aus den eigenen Reihen des HGV‘s.

Wir halten es für wichtig, dass die Informationen zur Stadtgeschichte, zu aktuellen Ereignissen, zu bedeutenden Personen aus Lohmar und der Umgebung für die jetzige und zukünftige Generation festgehalten werden.

Ich möchte mich hier bei allen Autoren, dem Korrektorat, dem Verlag und all denen, die bei der Herausgabe dieser Ausgabe ehrenamtlich mitgewirkt haben, herzlich bedanken.

Im ersten Artikel des diesjährigen Heftes erfährt man beispielsweise Wissenswertes über eine adelige Familie mit einem eigenen Wappen (Umschlagbild) in Lohmar gegeben hat, der Lohmar den Namen gegeben hat. Immerhin hat eine der berühmtesten Mitglieder dieser Familie, „Agnes von Lohmar“ um 1356 Johann von Nesselrode geheiratet und war somit die Ur-Mutter aller Linien dieses Stammes „von Nesselrode“.

Ein weiterer Aufsatz ist dem ersten Bürgermeister von Lohmar, Franz von Gumpertz von Güsten, gewidmet. Er erledigte seine Amtsgeschäfte in der Zeit von 1808 – 1817 von der Burg Lohmar aus, die er seinerzeit den Erben de Bors von Overn abkaufte.

Eine Übersicht ihrer in Sülz und Auel seit dem 18. Jh. ansässigen Namensvertreter zeigt die genealogischen Aufzeichnungen der Familie La Valette St. George mit Namen und Daten aus sieben Generationen.

Ein ausführlicher Artikel über gleich 13 Generationen in 5 Jahrhunderten zeigt die systematische Erforschung einzelner Generationen der adeligen Familie Ley [von Ley] und deren Herrensitze in Holpe und Honsbach auf, die bisher in den Heimatblättern des HGV noch nicht behandelt wurde. Dabei belegt der Verfasser alle Namen und Daten mit einer ausführlichen Quellen- und Literaturangabe.

Neben den Genealogien adeliger Familien v. g. Beiträge führt der Informationsweg zur bürgerlichen Familie Bargon aus Donrath, deren Namen von der nordöstlich von Lüttich liegenden Ortschaft „Barchon“ entlehnt ist.
Ein Aufsatz setzt u. a. die im vorigen Heft 29 begonnene Zeitreise vor rd. 150 Jahren aus der Pfarrchronik des Birker Pfarrers Christian Heinrich Aumüller fort.
Ein anderer berichtet über ein Verbot von Wallfahrten durch Lohmar bei Nacht (von Urbach nach Werl), das durch den Polizeipräfekten des Verwaltungsbezirks Mülheim a. R. ausgesprochen wurde.

Des Weiteren wird das stadtbildprägende Aussehen der Fassade des Wohnhauses, Breiter Weg 6, gezeigt und wir erfahren im gleichen Aufsatz etwas über die Familie des Maurermeisters Johann van der Viven, der dieses Haus 1912 gebaut hat.
Unsere „Heimatblätter“ zeigen, dass wir nicht nur die Vergangenheit betrachten, sondern ebenso zeitgenössische Quellen dokumentieren.

Zwei Beiträge erzählen von Flucht, Evakuierung und Ankommen im Rheinland der frühen 1945er Jahre – „vertrieben, aufgenommen und geblieben!“

Ein anderer Aufsatz zeigt die heutige Situation der Flüchtlinge auf, die unserer Stadt zugewiesen wurden, wie diese Menschen, aus den Krisenherden dieser Welt hier bei uns Zuflucht suchten und fanden, nur rd. 70 Jahre später wie die Vertriebenen der Ostgebiete von damals.

Zwei Zeitzeugen kommen mit ihrer persönlichen Erinnerungen zu Wort. Sie berichten von ihrer Kindheit und Jugend zum einen in der Kriegs- und zum anderen aus der Nachkriegszeit, wie sie und ihre Freunde die Ereignisse jener Zeit im Ortsteil Lohmar und Wielpütz und den angrenzenden Aggerauen erlebten, sehr persönlich und fast greifbar geschildert.

Ein weiterer Aufsatz über die Erlebnisse auf dem Bauernhof seiner Großeltern „om Kneppen“ [der Kieselhöhe], Mitte der Fünfzigerjahre, erinnert daran wie ländlich es in unserem Dorf seinerzeit zuging.

Mit Aufsätzen zur Hofgeschichte des Anwesens Josef Becker, einem außergewöhnlichen Haus der Familie Jansen in der Lohmarer Südstadt,
der mystisch erscheinenden Erhebung des Ziegenbergs am rechten Aggerufer von Lohmar,
mit einem Beitrag wie die Strommärkte über die „Elektro-Werbung“ der 1930er Jahre den Gebrauch elektrischer Geräte im Haushalt glorifizierten und somit das reale Konsumbedürfnis anspornten,
einem weiteren Aufsatz wie unter funktionalen Gesichtspunkten der Hausmüll in Lohmar in den 1950er Jahren entsorgt wurde,
sowie einer Beschreibung der Wanderwege mit Impressionen am Wegesrand einer „Tour durch die Zeit an Agger und Naaf“, zeigt unsere Publikation, dass wir insgesamt für eine große Themenvielfalt stehen.

Natürlich fehlen auch nicht Themen aus der jüngsten Geschichte.

Eine Zeitreise durch 25 Jahre Stadtgeschichte mit einigen Fotos legt dar, wie sich einzelne Bereiche im Lohmarer Stadtgebiet in den letzten Jahren rasant entwickelt haben.
Mit einer Bildstrecke von über 60 Abbildungen weist unsere Schriftenreihe die Leserinnen und Leser auf bemerkenswerte Vereinsaktivitäten und Sehenswertem des Heimatvereins Birk hin, in 24 Chronikbänden der Jahre 1979 bis 2014 zusammengefasst.

 

Gleich drei Kurzgeschichten unserer heimischen Tierwelt berichten
über den Vogel des Jahres 2016; den Stieglitz (Zweitname „Distelfink“), einen der buntesten und gleichzeitig auch bekanntesten Singvögel in unserer Region.
Von einem besonderen Vogelerlebnis erzählt ein aufmerksamer Beobachter aus Inger
und ein anderer befasst sich mit einem seltenen Wintergast am Johannisweiher in Lohmar.

Der an Heimatliteratur Interessierte findet auf den vorletzten zwei Seiten den Bücher- und Schriftenbestand aller bisher erschienen und z. T. noch erhältlichen Literatur des Herausgebers HGV.

 

Zum Schluss, die letzte Seite, wie eh und je, gilt dem Lohmarer Dialekt in Reimform: „Et wet jefiert“
und kurz davor Bräuche und ein Heischelied um Sankt Martin.